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Der Sandmann


nach E.T.A. Hoffmann
ab 06.03.2020

Der Sandmann Der Student Nathanael wird heimgesucht von schwarzen Erinnerungen aus seiner Kindheit: Zu dieser Zeit besucht der Advokat Coppelius regelmäßig den Vater in den Abendstunden und jedes Mal ruft die Mutter ängstlich „Der Sandmann, der Sandmann kommt“, und schickt die Kinder hastig ins Bett. Es heißt, der Sandmann stehle die Augen der Kinder, die nicht ins Bett gehen wollen. Nach dem letzten Besuch des „Sandmannes“ findet Nathanael seinen Vater tot und gibt Coppelius die Schuld. Jahre später bringt das plötzliche Auftreten des Wetterglashändlers Coppola Nathanaels Ängste und Alpträume zurück. Er glaubt in Coppola den Advokaten wiederzuerkennen. Sein Lebensmut und sein klarer Verstand schwinden. Auch seine Liebe zu Clara, seiner Verlobten kommt ihm abhanden. Dafür entflammt seine Anbetung zu Olimpia, die er mit seinem neu erworbenen Fernglas im Fenster gegenüber seine Wohnung betrachtet – eigenartig steif ist ihr Körper und geradezu tot ihr Blick, doch in ihren Augen spiegelt sich seine unbändige Liebe wider. „Er strahlte Olimpia ins Auge, das strahlte ihm voll Liebe und Sehnsucht entgegen und in dem Augenblick war es auch, als fingen an in der kalten Hand Pulse zu schlagen.“

E.T.A. Hoffmanns weltberühmtes Schauermärchen thematisiert schon im 18. Jahrhundert das Verhältnis von Mensch und Maschine sowie die Suche nach dem Unbewussten. Was macht uns menschlich? Was ist Wahnvorstellung und was ist Realität? Ist Liebe nur eine Projektion der eigenen Bedürfnisse und des eigenen Ichs auf ein Gegenüber? „Der Sandmann“, in der Tradition der schwarzen Romantik geschrieben und Vorreiter für Science-Fiction- und Fantasie-Geschichten ist derzeit wieder Pflichtlektüre für das Abitur in NRW.

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