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Schauspiel
Kinder- und Jugendtheater
Bürgerbühne
Extras

Der zerbrochne Krug

// Heinrich von Kleist
ab 01.09.2017
Der zerbrochne Krug Ein Krug ist zerbrochen! Für die Besitzerin Frau Marthe scheint der Fall klar: Sie beschuldigt Ruprecht, den Verlobten ihrer Tochter, das Gefäß zerstört zu haben. Ruprecht weist die Anschuldigung zurück. Er behauptet, ein Fremder sei in das Haus von Frau Marthe eingedrungen und bei seinem überstürzten Aufbruch sei der Krug zu Bruch gegangen. Und damit nicht genug: Auch das Vertrauen in seine Verlobte Eve sei beschädigt worden. Der Fremde sei nämlich ein Liebhaber Eves. Man müsse also nur erfahren, wer der Liebhaber sei, dann kenne man auch den Krugzerbrecher. Doch Eve schweigt zu den Vorwürfen. Dorfrichter Adam ist bei diesem Fall wenig bemüht den wahren Täter zu bestrafen. Das Problem ist nämlich: Er selbst ist der Übeltäter. Immer mehr verstrickt er sich in ein Gespinst aus Lügen und Ausflüchten. Mit gewieften Verschleierungstaktiken und unlauteren Verhörmethoden setzt er allen Eifer daran, mehr Dunkel als Licht in den Fall zu bringen.
Heinrich von Kleist zeigt in seinem Lustspiel hochaktuell den Versuch, eine Lüge zur öffentlichen Wahrheit zu machen. Mittels eines sprachlichen Feuerwerks an Doppel- und Vieldeutigkeit, dichtem Wortwitz und manipulativen Strategien verstrickt Kleist seine Hauptfigur in ein Lügengespinst. Der Zuschauer wird in diesem Prozess zum unmittelbaren Zeugen der Macht der Worte. Ein Klassiker der deutschen Bühnen!

Die Reifeprüfung

// Terry Johnson, nach dem gleichnamigen Roman von Charles Webb
ab 03.11.2017
Die Reifeprüfung Benjamin stehen alle Türen offen! Er hat einen exzellenten College-Abschluss, steht im Jahrbuch als Vorsitzender des Debattierklubs, ist Mannschaftskapitän im Geländelauf, Herausgeber der Collegezeitung und hat ein Stipendium in der Tasche. Stolz präsentieren die Eltern ihren Sohn auf einer Party. „Plastik“ rät ihm ein Freund des Vaters für seine Zukunft, „er soll sich die Hörner abstoßen und das Leben genießen“ schlägt ihm ein anderer vor. Mrs. Robinson, ebenfalls eine Freundin seiner Eltern, hat ein anderes, unmissverständliches Angebot. Benjamin ist zunächst verunsichert und weist die Avancen zurück. In Sachen Sex noch ziemlich unerfahren, lässt er sich aus Neugierde und Langeweile doch auf die Affäre ein und verbringt den Sommer zwischen heimischem Swimmingpool und anonymem Hotelzimmer. Die Tage und Nächte verschwimmen. Durch ein unfreiwilliges Date mit Elaine, der Tochter von Mrs. Robinson, wird Ben aus seiner Lethargie gerissen. Er findet Gefallen an ihr, doch Mrs. Robinson, frustriert und abgeklärt, versucht mit aller Macht die Beziehung der beiden zu verhindern.
„Die Reifeprüfung“, bekannt durch den gleichnamigen Kultfilm, hat das Lebensgefühl einer Generation verewigt. Abgestoßen von Oberflächlichkeit, Kapitalismus und einem spießigen Wertesystem macht sie sich auf die Suche nach Sinn und Erfüllung. Die Bühnenfassung bringt den Konflikt um die divergierenden Sehnsüchte der Protagonisten zugespitzt auf den Punkt.

Die Känguru-Chroniken

// Marc-Uwe Kling
ab 11.01.2018
Die Känguru-Chroniken Marc-Uwe lebt in einer kleinen Zweizimmerwohnung, trägt um 13 Uhr noch Pyjama, hört gerne Platten und sinniert über das Leben. Außerdem schreibt er Lieder und Geschichten – „Kleinkünstler“ also, schlussfolgert das Känguru, das sich eigentlich nur Eier für Pfannkuchen borgen will und dann gleich einzieht. Wenig später liegt das Känguru in der Hängematte, lässt sich bekochen, vertilgt massenhaft Schnapspralinen und erzählt von seiner Vergangenheit beim Vietcong und von seinem Hang zum Klassenkampf. Später treffen sie sich Wenn sie dann §bei Herta“ in der gleichnamigen Eckkneipe und zu dritt diskutieren sie über alle wirklich drängenden Fragen unserer Zeit: Ist das Liegen in einer Hängematte schon passiver Widerstand oder einfach nur unproduktiv? Ist die Parole „Nazis raus“ tragbar oder muss man sich vielmehr mit den Folgefragen wie „Wohin raus?“ und „Bin ich dann nicht selbst ein Rassist?“ beschäftigen? Kann man die Griechenland-Krise lösen, indem einfach alle behaupten, dass Griechenland keine Schulden mehr hat? Und ist rechts vor links die Veräußerung reaktionärkonservativer Unterdrückungsmuster?
Bissig, liebevoll ironisch, witzig und pointiert führt uns das ungleiche Paar vor Augen, was unseren Alltag ausmacht und in was für einer absurden Welt wir eigentlich leben. Marc-Uwe Kling hat mit seinen Känguru-Geschichten wahre Kultbücher geschrieben. Dank Klings eigener Fassung für das Theater ist die „WG wider Willen“ jetzt auch auf der Bühne zu erleben.

Kollaps

// Philipp Löhle
ab 09.03.2018
Kollaps Heute kümmert sich Marco um die Kinder, Sven hat einen Termin bei seinem Jobberater, Verena ein Vorstellungsgespräch, Ronny eine schlechte Nachricht vom Arzt und Sophie will sich von ihrem Mann trennen. Doch dann kommt etwas dazwischen: Erst fällt das Internet aus, dann ist der Strom weg. Aus den Wasserleitungen kommt nur noch ein seltsames Pfeifen. Die Presse informiert nicht mehr, Gerüchte entstehen: Gift in der Luft? Atomkraftwerk explodiert? Krieg? Die Ausnahmesituation stellt alles auf den Kopf und in Frage. Menschen treffen Entscheidungen, machen sich schuldig, feiern eine Party, versuchen ihr Schicksal zu verändern. Es gelten keine Regeln mehr. Doch was tun, wenn das wirklich der letzte Tag auf Erden ist?
Philipp Löhle entwirft in seinem neuen Stück „Kollaps“ fünf Menschen, die sich im Verlauf dieses Tages begegnen, trennen, lieben, zerstören und neu beginnen. Er nutzt die oft gestellte Frage nach dem Sinn des Lebens als Ausgangspunkt für eine komplexe, intelligente und unterhaltsame Bestandsaufnahme unserer Gesellschaft. Im Mittelpunkt stehen die Sehnsüchte der Menschen und die Frage, was passiert, wenn diese erfüllt werden. Sind wir also wunschlos, aber trotzdem nicht glücklich?

Mutter Courage und ihre Kinder

// Drama von Bertolt Brecht mit Musik von Paul Dessau
ab 07.09.2018
Mutter Courage und ihre Kinder „Ich lass mir den Krieg von euch nicht madig machen. Es heißt, er vertilgt die Schwachen, aber sie sind auch hin im Frieden. Nur, der Krieg nährt seine Leute besser.“

Mutter Courage will Kriegsgewinnlerin sein in einer Welt, in der das Recht des Stärkeren gilt und das Primat der Ökonomie Mitgefühl, Solidarität und Menschlichkeit verdrängt. Gemeinsam mit ihren Kindern zieht sie dem Krieg und seinen Truppen hinterher. Sie verkauft den Soldaten ohne Rücksicht auf Verluste und Moral alles, was diese vermeintlich brauchen, um zu siegen oder zumindest das eigene Leid zu betäuben und ein funktionierendes Rädchen im Räderwerk der Mächtigen zu bleiben. Doch am Ende kann auch Mutter Courage ihre ganz persönliche Schlacht nicht gewinnen. Sie verliert ihre Kinder Kattrin, Eilif und Schweizerkas und alles, was sie hat, durch einen Krieg, den sie selbst befördert hat.
Mit seiner Mutter Courage hat Brecht eine der prägnantesten Theaterfiguren erschaffen - voller Überlebenswillen, Humor und Kraft. Für seine Inszenierung 1949 am Deutschen Theater in Berlin ließ er den Musiker Paul Dessau eine neue Komposition der Songs erarbeiten, die seither Teil des Werks ist. Brechts Analyse des Krieges als „eine Fortführung der Geschäfte mit anderen Mitteln“ ist auch 400 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg erschreckend aktuell und ebenso drängend wie seine unbedingte Hoffnung, „dass für die Bekämpfung des Krieges kein Opfer zu groß ist.“

Bunbury oder die Kunst ernst zu sein

// Komödie von Oscar Wilde
ab 31.10.2018
Bunbury oder die Kunst ernst zu sein Die beiden Dandys Algernon und Jack haben den Bogen raus. Um familiären Verpflichtungen zu entgehen und sich ungestört ihren Vergnügungen hinzugeben, haben beiden einen imaginären Freund erfunden: Algernon einen kranken Freund names Bunbury auf dem Land und Jack einen Bruder namens Ernst, den er in der Stadt besucht. Im städtischen Nachtleben benutzt er dann für sich selbst den Namen Ernst – so ist das Doppelleben perfekt. Doch das Lügengebäude gerät ins Wanken, als Algernons Cousine Gwendolin sich in Jack und Jacks Ziehtochter Cecily sich in Algernon verliebt und beide Frauen den jeweiligen Verlobten für „Ernst“ halten. Die Widersprüche verstricken sich zunehmend und die Verwechslungskomödie nimmt ihren Lauf.

Oscar Wildes 1895 uraufgeführte Komödie beschäftigt sich mit der Frage, wer man ist und wer man sein sollte. Lüge und brillante rhetorische Improvisation sind die Mittel, mit denen ein komplexes Doppelleben gemeistert wird. Die Protagonisten haben erkannt, dass es gar nicht darum geht, die Ansprüche der Gesellschaft tatsächlich zu erfüllen, solange es einem nur gelingt, den Schein zu wahren. Wer man ist, interessiert sowieso niemanden, wahrscheinlich noch nicht mal einen selbst. Und so ist das Doppelleben gar nicht so sehr eine Flucht, als vielmehr ein Frontalangriff auf die Langeweile. Warum sollte man sich mit einer Identität zufrieden geben, wenn zwei doch viel interessanter sein können?

Extrem laut und unglaublich nah

// Schauspiel nach dem Bestseller von Jonathan Safran Foer
ab 11.01.2019
Extrem laut und unglaublich nah Oskar Schell ist Denker, Astronom, Erfinder und Pazifist. Er sammelt die sonderbarsten Dinge und schreibt regelmäßig in sein Was-ich-schon-alles-erlebt- habe-Album. Der letzte Eintrag gilt seinem Vater, der während der Anschläge auf das World-Trade-Center starb. Danach war nichts mehr wie vorher: die hinterlassenen Botschaften des Vaters auf dem Anrufbeantworter, versteckt im Kleiderschrank, die verwaiste Wohnung, die Mutter, die sich immer sorgt. Und dann findet Oskar bei den Sachen seines Vaters einen Schlüssel in einem Briefumschlag, beschriftet mit dem Wort „Black Oskar will das passende Schloss zum Schlüssel finden, um dessen Geheimnis zu lüften. Doch es gibt laut Oskars Berechnungen in New York 9 Mio. Menschen und circa 162 Mio. mögliche Schlösser für diesen Schlüssel. Eine Suche beginnt, bei der Oskar auf unterschiedlichste Menschen und ihre Geschichten trifft.

„Extrem laut und unglaublich nah“ ist die wunderschöne, poetische Geschichte einer Suche nach den verschiedenen Facetten des Lebens, eine Sinnsuche und ein berührendes Familienportrait. Oskars Erkundung der Stadt und seiner Bewohner bringt ihn immer wieder in skurrile und aberwitzige Situationen, die ihm viel Mut und Eigensinn abverlangen. Jonathan Safran Foer schrieb 2005 einen Erfolgsroman, der vom SPIEGEL zu den 50 wichtigsten Romanen unserer Zeit gezählt wird.

Der Chinese

// Komödiantisches Schauspiel von Benjamin Lauterbach
ab 08.03.2019
Der Chinese Einige Jahre in der Zukunft: In Deutschland herrscht Öko-Wohlstand für alle. Die Menschen leben im Einklang mit ihren Werten: Frieden, Familie, Umwelt, Sicherheit, Wachstum und Liebe. Die verhasste Europäische Union gibt es nicht mehr. Dafür regeln strenge Gesetze die nachhaltige Lebensweise und sorgen für Ordnung und Wohlbefinden. China dagegen ist am Ende: das Volk unzufrieden, die Machthaber ratlos. Ausgewählte Chinesen bekommen von der Regierung die Chance, in deutschen Familien zu wohnen, deren harmonische Lebensweise kennenzulernen und in ihrem Land davon zu berichten. Über diese Völkerverständigungsvereinbarung kommt der Chinese Herr Ting in die Vorzeigefamilie des Erfinders Alexander und dessen Ehefrau Gwendolyn. Besonders die Kinder Maria-Lara und Niclas sind in heller Aufregung. Bei Trinkfrüchten und Wellness-Food versucht Ting die Geheimnisse des deutschen Wunderlandes zu entschlüsseln. Die batteriebetriebenen chinesischen Spielsachen aus Vollplastik versetzen jedoch die Kinder in Entzücken und bringen damit das Familienidyll gefährlich ins Wanken. Dann beginnt auch noch der mit Smartphone, Digi-Cam und Wachmachern in Pillenform ausgestattete Ting sich für Alexanders Erfindungen zu interessieren. Ist er womöglich ein Spion der chinesischen Regierung? Warum fangen die Kinder plötzlich an zu revoltieren? Und wie wird man diesen chinesischen Störenfried möglichst höflich wieder los?

In „Der Chinese“ entwirft Benjamin Lauterbach das irrwitzige Szenario eines vorstellbaren, zukünftigen Deutschlands, eine dystopische Groteske über den möglichen Erfolg von Pegida, AfD, radikaler Ökobewegungen, von Abschottung und Konservativismus. Dabei treibt er die Beschaulichkeit der Familie, in der sich alle ständig gegenseitig sagen, wie lieb sie sich haben, mutig auf die kabarettistische Spitze.

Casanova

// Basierend auf dem Leben von Giacomo Casanova
ab 09.09.2016
Casanova Casanova: Aufklärer und Magier, Glücksspieler und Philosoph, Katholik und Lebemann, Musiker und Mystiker. Er ist neugierig, sinnlich, pompös, gebildet und immer verliebt. Er verführt und beglückt! Die Neugierde und das ewige Streben nach Genuss treiben ihn an und in die Arme der Frauen. Da ist Bettina, das ältere Mädchen im Hause seines Erziehers, mit dem er erste sexuelle Erfahrungen macht, Henriette, eine große Liebe, die ein dunkles Geheimnis umhüllt, seine geliebte M.M., eine freigeistige Nonne, der er treu und tief ergeben ist. Die jüngere Leonilda, die er auf der Stelle heiraten will und bereit ist, alle Konsequenzen zu tragen – nur mit dieser einen Konsequenz hat er nicht gerechnet. Und die Charpillon! Die Frau, die ihn fast ins Unglück gestürzt hätte.
Das Leben des Venezianers Giacomo Casanova, in 20 Bänden in seiner Autobiografie niedergeschrieben, bildet heute wie damals den idealen Boden für einen Theaterabend voller Geheimnisse, Intrigen, Enttäuschungen, Begehrlichkeiten und Sehnsüchte. Die Theaterfassung „Casanova“ zeigt einen Ausnahmemenschen und einen tiefen Einblick in eine faszinierende Zeit. Joachim von Burchard wirft Schlaglichter auf das Leben dieses Mannes und untersucht den Mythos Casanova aus der Sicht des 21. Jahrhunderts.


Das Leben des Venezianers Giacomo Casanova, in 20 Bänden in seiner Autobiografie niedergeschrieben, bildet heute wie damals den idealen Boden für einen Theaterabend voller Geheimnisse, Intrigen, Enttäuschungen, Begehrlichkeiten und Sehnsüchte. Die Theaterfassung ‚Casanova‘ begibt sich auf die Suche nach dem Menschen Casanova, hinterfragt den Mythos, stellt seine unterschiedlichen Begegnungen mit Frauen und die Frauen selbst ins Scheinwerferlicht und gibt die Suche nach der einen Richtigen nicht auf.

Männerhort

// Kristof Magnusson
ab 20.01.2017
Männerhort In jeder x-beliebigen deutschen Stadt kann man sie samstagnachmittags zusammen sehen: Pärchen die gemeinsam shoppen gehen! Was für die Frauen Befriedigung, Entspannung und Unterhaltung verspricht, ist für die Männer dagegen der blanke Horror. An jeder Ecke lauern potentielle Gefahrenzonen emotionaler oder finanzieller Art – Beziehungsstreit und Stress scheinen unausweichlich. Wie schön wäre es, wenn man(n) einen Ausweg finden könnte, ohne dass Frau böse wird!

Helmut, Erol und Lars scheinen das Paradies gefunden zu haben, um das sie jeder Mann beneiden sollte. Ein Heizungskeller im Einkaufszentrum, versteckt, isoliert, nur für die eingeschworene Männertruppe. Hier können sie ganz Mann sein: Umgeben von Fußball, Bier, Pizza, Sofa, Werkzeugen, Technik und allem, was das Männerherz sonst noch begehrt, haben sie doch nur ein Thema – ihre Frauen! Als Feuerwehrmann Mario den Bunker entdeckt, droht zunächst die Vertreibung aus dem Paradies. Eine skurrile Wette stellt die Beziehungen der Männer auf den Kopf und sorgt dafür, dass einige sogar dauerhaft in den Heizungskeller einziehen müssen. Das Glück beginnt zu bröckeln …

„Männerhort“ ist eine raffinierte Komödie über Shoppingwahn, Beziehungsmuster und Männerbedürfnisse, überraschende Wendungen inklusive.

Die Vermessung der Welt

// Daniel Kehlmann
ab 28.10.2016
Die Vermessung der Welt Das ausgehende 18. Jahrhundert, Zeitalter der Aufklärung, der Wissenschaft und der Kunst. Zwei Wissenschaftler, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Alexander von Humboldt, Forscher, Abenteurer, der „zweite Entdecker Amerikas“ und Carl Friedrich Gauß, der Theoretiker, Mathematiker, Misanthrop. Und doch haben beide ein Ziel und eine Passion: Die Vermessung der Welt. Humboldt bereist dafür die Welt und studiert und erforscht mit großer Akribie alles, was ihm begegnet. Er kämpft sich durch Urwald und Steppe, befährt den Orinoko, kostet Gifte, zählt Kopfläuse, kriecht in Erdlöcher, besteigt Vulkane und begegnet Seeungeheuern und Menschenfressern. Gauß bleibt so lange es geht zu Hause in Braunschweig. Er, der nicht ohne Frau leben kann, springt doch in seiner Hochzeitsnacht aus dem Bett, um eine Formel zu Ende zu bringen. Die Welt um ihn herum dringt kaum zu ihm durch. Er hängt mit dem Kopf in den Sternen. Diametraler könnten die Lebenskonzepte der beiden kaum sein und doch begegnen sich ihr Wege immer wieder, fühlen sie sich wie zwei Pole zueinander hingezogen.

Mit Fantasie und viel Humor beschreibt Daniel Kehlmann in seinem Roman das Leben dieser beiden Genies. Er zeigt ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gratwanderung zwischen Einsamkeit und Liebe, Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg – ein weltumspannendes Abenteuer, das auch auf der Bühne nicht fehlen darf.

Frühstück bei Tiffany

// Truman Capote
ab 04.09.2015
Frühstück bei Tiffany Holly Golightly, jung, sexy, mysteriös, ist Exzentrikerin mit großem Freiheitsdrang: Sie flirtet mit den Männern, geht mit ihnen aus, lässt sich von ihnen den luxuriösen Lebensstil finanzieren. Partys und Playboys, viel Oberfläche, wenig Tiefgang und keine Verpflichtungen. „Verlieben sie sich niemals in ein wildes Geschöpf“, sagt sie zu ihrem Nachbarn Fred. Das ist zwar nicht sein richtiger Name, aber der Einfachheit halber nennt sie ihn so nach ihrem geliebten Bruder. Fred, der in seinem winzigen Apartment unter Hollys Wohnung versucht als Schriftsteller über die Runden zu kommen, verliebt sich natürlich doch in sie. Er will die andere Holly kennenlernen – eine Frau mit Ängsten, Unsicherheiten und Sehnsüchten, aber Holly will sich darauf nicht einlassen. Dann taucht auch noch ein Mann auf, der sich als Hollys Ehemann aus einem früheren Leben ausgibt und sie wieder mitnehmen möchte ...
„Frühstück bei Tiffany“, der unglaublich erfolgreiche, US-amerikanische Film von 1961 mit Audrey Hepburn, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Truman Capote. Es ist die Geschichte einer hinreißend verrückte Frau auf der Suche nach Freiheit, Glück und Liebe in der flirrenden Atmosphäre von New York City – die Klänge von „Moon River“ im Ohr.