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Schauspiel
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Die Räuber

// Drama von Friedrich Schiller
ab 13.09.2019
Die Räuber Karl und Franz, zwei Brüder, die beide die alte Weltordnung des Vaters verachten und die dennoch unterschiedlicher nicht sein könnten: Karl, der Ältere, vom Vater geliebt und gefördert, auf dem besten Wege, durch das Erbe reich zu werden und liiert mit einer tollen Frau, ein Gefühlsmensch und Lebemann. Und daneben Franz, der Jüngere, weniger attraktiv, ohne Erbaussichten, dafür frustriert und eifersüchtig. Natürlich will er all das, was Karl hat: Macht, Geld und Amalia. Und zum Glück ist er nicht auf den Kopf gefallen. Er nutzt seinen kalten Intellekt, um eine raffinierte Intrige zu spinnen, durch die er Karl gegen den Vater ausspielt, bis dieser ihn verstößt. Getrieben von einem starken Gefühl der Ungerechtigkeit in der Welt, wird Karl Anführer einer Räuberbande und zieht durch die Wälder, wo er plündert und mordet – alles unter dem Deckmantel einer Art Robin-Hood-Ideologie als moralische Absolution. Ein konkretes politisches Ziel verfolgt der Student dabei nicht – es gilt mehr ein politisches Unbehagen und eine persönliche Verletzung zu heilen. Karls Losung „Tod oder Freiheit“ lässt keinen Spielraum und zwingt alle Räuber zum Äußersten. Erst als Karl in seine Heimat zurückkehrt, kommen die dreisten Lügen seines Bruders Franz ans Licht und ein blutiger Rachefeldzug nimmt seinen tragischen Lauf.

In „Die Räuber“ zeigt Schiller anhand des privaten Konflikts der Brüder zwei gesellschaftliche Radikalisierungsmuster: Franz instrumenteller Rationalismus und Karls blutiger Idealismus. In einer gemeinsamen Hoffnung auf eine bessere Welt befinden sie sich im permanenten Kriegszustand mit sich selbst und dem Gegenüber. Beide Wege führen zu Radikalität und Brutalität. So steht am Ende wie so oft wieder einmal die Frage: Wie konnte das passieren?

Fahrenheit 451

// Schauspiel nach dem Roman von Ray Bradbury
ab 31.10.2019
Fahrenheit 451 451 Grad Fahrenheit – das ist die Temperatur, bei der Papier anfängt zu brennen. Der Feuerwehrmann Guy Montag kennt die Zahl gut, denn in Ray Bradburys Zukunftsvision wird die Feuerwehr nicht mehr zum Löschen von Bränden eingesetzt, sondern um Feuer zu legen. Sie richtet ihre Flammenwerfer gegen die letzten Zeugnisse der Vergangenheit aus Papier, die Bücher. Das System will es so, denn es propagiert: Kunst ist Gewalt, Wissen ist Gefahr und beides muss vernichtet werden. Durch die Begegnung Montags mit der jungen Frau Clarissa, die ihm von einer anderen, besseren Welt berichtet, wachsen Zweifel in ihm: Was macht die Menschen wirklich glücklich? Und warum sind Bücher überhaupt gefährlich? Gibt es ein Denken neben der vorgegebenen Linie der Regierung? Montag will nicht mehr vergessen. Gemeinsam mit Gleichgesinnten beginnt er im Verborgenen zu lesen und Widerstand zu leisten.

Ray Bradbury hat mit „Fahrenheit 451“ einen modernen Klassiker geschrieben. Er beschreibt eine hochtechnisierte Gesellschaft, in der Bücher, Literatur und Philosophie systematisch ausgerottet werden, weil selbstständiges Denken die Gesellschaft destabilisieren würde. Doch was passiert mit dieser Welt, wenn wir alle Gedanken, die schon einmal formuliert wurden, aufgeben und uns nur noch massenmedial einlullen lassen? Ein zeitloses Plädoyer für das Erinnern und das Denken!

Tartuffe

// Komödie von Molière
ab 10.01.2020
Tartuffe Wie konnte das passieren? Um ein Haar hätte die Heuchelei gesiegt! Dabei wusste es doch jeder: Tartuffe ist ein Betrüger, ein Scharlatan, ein Angeber, ein Lügner. Dennoch schafft er es, sich im Haus von Orgon und seiner Familie einzunisten und unentbehrlich zu machen. Und wie zum Teufel macht er das? Er, der keinerlei moralische Ansprüche an sich selbst stellt, der verschwenderisch, genusssüchtig und ganz und gar hedonistisch lebt, hat aber gleichzeitig das Charisma eines Heilsbringers: Er predigt Moral, er stiftet (Lebens-)Sinn und er propagiert einen gesunden Lebensstil und trifft damit bei Orgon ins Schwarze. Bald werden dem Betrüger Haus und Besitz überschrieben. Jetzt ist die Familie gefragt. Irgendwie muss dieser Lügenbaron doch aufzuhalten sein? Doch sämtliche Bemühungen Tartuffe zu entlarven, führen nicht zum Ziel, sondern verkehren sich teilweise sogar ins Gegenteil. Orgon verspricht Tartuffe seine Tochter Mariane und befördert noch den äußerst fragwürdigen Kontakt zwischen seiner Ehefrau und Tartuffe – mehr Komödie und Absurdität geht kaum!

Molière zeigt uns mit Tartuffe eine Figur, die so offensichtlich lügt, dass sich die Balken biegen, aber lange Zeit nicht brechen. Umso erschütternder ist es allerdings, dass der Mann trotz aller Skrupellosigkeit so erfolgreich ist und es niemandem gelingt, ihn aufzuhalten. Es stellt sich die Frage: Wollen wir vielleicht alle lieber belogen werden, als der Wahrheit ins Auge zu schauen? Molières Komödie, die zu Lebzeiten des Autors gleich zweimal von der Zensur verboten wurde, zeigt uns erschreckend aktuell, zu wie viel Scheinheiligkeit, Ignoranz und Selbstbetrug der Mensch fähig ist.

Der Sandmann

// nach E.T.A. Hoffmann
ab 06.03.2020
Der Sandmann Der Student Nathanael wird heimgesucht von schwarzen Erinnerungen aus seiner Kindheit: Zu dieser Zeit besucht der Advokat Coppelius regelmäßig den Vater in den Abendstunden und jedes Mal ruft die Mutter ängstlich „Der Sandmann, der Sandmann kommt“, und schickt die Kinder hastig ins Bett. Es heißt, der Sandmann stehle die Augen der Kinder, die nicht ins Bett gehen wollen. Nach dem letzten Besuch des „Sandmannes“ findet Nathanael seinen Vater tot und gibt Coppelius die Schuld. Jahre später bringt das plötzliche Auftreten des Wetterglashändlers Coppola Nathanaels Ängste und Alpträume zurück. Er glaubt in Coppola den Advokaten wiederzuerkennen. Sein Lebensmut und sein klarer Verstand schwinden. Auch seine Liebe zu Clara, seiner Verlobten kommt ihm abhanden. Dafür entflammt seine Anbetung zu Olimpia, die er mit seinem neu erworbenen Fernglas im Fenster gegenüber seine Wohnung betrachtet – eigenartig steif ist ihr Körper und geradezu tot ihr Blick, doch in ihren Augen spiegelt sich seine unbändige Liebe wider. „Er strahlte Olimpia ins Auge, das strahlte ihm voll Liebe und Sehnsucht entgegen und in dem Augenblick war es auch, als fingen an in der kalten Hand Pulse zu schlagen.“

E.T.A. Hoffmanns weltberühmtes Schauermärchen thematisiert schon im 18. Jahrhundert das Verhältnis von Mensch und Maschine sowie die Suche nach dem Unbewussten. Was macht uns menschlich? Was ist Wahnvorstellung und was ist Realität? Ist Liebe nur eine Projektion der eigenen Bedürfnisse und des eigenen Ichs auf ein Gegenüber? „Der Sandmann“, in der Tradition der schwarzen Romantik geschrieben und Vorreiter für Science-Fiction- und Fantasie-Geschichten ist derzeit wieder Pflichtlektüre für das Abitur in NRW.

Ein Sommernachtstraum

// Komödie von William Shakespeare
ab 04.09.2020
Ein Sommernachtstraum Nichts ist so einfach und gleichzeitig so kompliziert wie die Liebe! Theseus und Hippolyta wollen Hochzeit feiern. Soweit so gut. Hermia liebt Lysander, soll aber Demetrius heiraten, sonst wird ihr Vater sie verbannen. Helena liebt wiederum Demetrius, hat aber keine Chance bei ihm. Im Wald bei Elfenkönig Oberon und Titania, der Feenkönigin, hängt der Haussegen mächtig schief: Beide beschuldigen sich gegenseitig der Untreue. Das schreit nach Rache! Der Kobold Puck soll Oberon dabei helfen und eine bestimmte Blume im Wald finden. Diese sorgt dafür, dass sich Menschen in das Geschöpf verlieben, das sie als erstes nach dem Aufwachen sehen. Davon verspricht sich Oberon einen großen Spaß. Allerdings treiben sich in dieser Nacht nicht nur die unglücklich Verliebten, sondern auch eine Handwerkergruppe, die ein Theaterstück für die Hochzeit von Theseus und Hippolyta probt, im Wald der Elfen umher. Da sind Verwechslungen vorprogrammiert! Puck bringt mit der gefundenen Zauberblume alles durcheinander: Demetrius verliebt sich in Helena, Lysander auch. Hermia ist plötzlich alleine und verzweifelt. Titania erwischt es noch schlimmer: Sie läuft einem Esel hinterher, bis Oberon schließlich befiehlt – alles muss wieder rückgängig gemacht werden!

Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ ist ein über 400 Jahre altes Verwirrspiel der Menschen, ihrer Gefühle, Körper und Träume. Die Nacht bringt die Begierde ans (Mond-) Licht und lässt die dunkle Seite der Liebe sichtbar werden. Erst der neue Tag bringt Klarheit. War also alles nur ein Traum? Ein echtes Stück Theatergeschichte, das, solange es Liebende gibt, nie aus der Mode kommt.

Kleiner Mann - was nun?

// Nach dem Roman von Hans Fallada
ab 06.11.2020
Kleiner Mann - was nun? Emma ist schwanger. Das war so nicht geplant und doch ist es passiert. Doch zum Glück will Johannes Pinneberg, der zukünftige Vater, sie heiraten. Zusammen werden Emma, genannt „Lämmchen“ und der „Junge“ das Leben schon in den Griff bekommen. Nur nicht arbeitslos werden! Doch das ist in Deutschland zur Zeit der Weltwirtschaftskrise gar nicht so einfach. Und selbst mit Arbeit reicht das Geld hinten und vorne nicht. Irgendwie scheint sich die Welt aber auch gegen sie verschworen zu haben: Lämmchens Eltern sind gegen die Ehe, Pinneberg verliert schließlich doch seine Anstellung, weil er als verheirateter Mann nicht mehr als Gatte für die Tochter des Chefs in Frage kommt. Rettung kommt aus Berlin in Form eines Telegramms: Pinnebergs Mutter schreibt von einer Stellung, die sie für ihn organisiert hat. Diese Arbeit bringt aber weniger Geld als die Anstellung zuvor. In der Wohnung der Mutter lässt es sich auch nicht mehr aushalten… Lämmchen und Pinneberg versuchen mit aller Kraft und Fleiß ihr Leben zu meistern, doch die Abwärtsspirale dreht sich unaufhaltsam weiter. Da steht Pinneberg eines Nachts auf der Straße, heruntergekommen, ausgestoßen und verlacht, und Lämmchen versucht ihren „Jungen“ zu trösten: „Du hast doch mich. Wir sind ja beisammen.“

Hans Fallada untersucht in seinem Roman einfühlsam, welche Auswirkungen Arbeitslosigkeit, finanzielle Sorgen und fehlende Unterstützung auf den „kleinen Mann“ haben. Wie soll man leben, wenn Fleiß und Arbeitswille kein Auskommen sichern? Woher kommt Hoffnung für eine Familie, die es nicht schafft, einen Fuß in die (gesellschaftliche) Tür zu bekommen? Welche Auswirkungen haben das Unglück des Einzelnen auf die Gesellschaft in einer Zeit politischer Orientierungslosigkeit? Die Parallelen zur heutigen Zeit sind deutlich sichtbar und spürbar.

Maier, Wagner, Schmitt – Eine Bürokomödie

// von Stephan Eckel
ab 08.01.2021
Maier, Wagner, Schmitt – Eine Bürokomödie Frau Schmitt arbeitet seit achtundvierzig Jahren in der Firma als Sachbearbeiterin. Sie hat ihren Schreibtisch im Griff, kennt jeden Paragrafen auswendig und hat eine eigene Ablage „W“ für Witze – da soll noch mal jemand auf die Idee kommen, Frau Schmitt habe keinen Humor! Wann Frau Schmitt endlich in Rente gehen darf, ist noch nicht entschieden. Solange sitzt sie eisern an ihrem Platz und erledigt ihre Aufgaben. Und es lässt sie dabei kalt, dass seit einiger Zeit ein großes Loch in der Außenwand ihres Büros klafft. Sie trinkt nun statt Kaffee einfach Rum mit heißer Zitrone. Herr Maier, erst seit vier Jahren im Außendienst tätig, ist entsetzt. Ist das Loch seit seinem letzten Besuch größer geworden? Warum kümmert sich niemand darum? Doch Rettung naht: Herr Wagner, seines Zeichens Geschäftsführer, stürmt das Büro, im Schlepptau Herrn Schneider, den Abteilungsleiter. Das Problem in der Wand muss jetzt strategisch angegangen werden. Dafür stellt er zunächst die wichtigen Fragen: Wer ist der Verantwortliche? Warum hat sich bis jetzt niemand erfolgsorientiert um das unübersehbare Problem gekümmert? Gibt es eine Kostenkalkulation? In dieser Zeit wächst das Loch unaufhaltsam weiter. Gut, dass Herr Wagner heute einen Termin mit Frau Kleinschmitt für die gesamte Abteilung vereinbart hat. Sie ist Mentalcoach und wird die Gruppe dynamisch voranbringen…

„Maier, Wagner, Schmitt“ ist eine urkomische, staubtrockene Komödie über den Irrsinn Büroalltag, den jeder kennt. Formate wie „Stromberg“ und „Die Sekretärinnen“ zeugen davon, wie viel Absurdität in unserem Arbeitsleben steckt und Stephan Eckel findet dafür ein Symbol – ein großes klaffendes Loch in einer Außenwand und zahlreiche Mitarbeiter, die nicht in der Lage sind, im Streit um Kompetenzen, Zuständigkeiten und Befindlichkeiten das Problem in den Griff zu bekommen.

Berlin kann jeder, […]* muss man wollen.

// Die große Kleinstadt-Show
ab 05.03.2021
Berlin kann jeder, […]* muss man wollen. *hier könnte ihr Stadtname stehen

3,5 Mio. Menschen leben in Berlin. Und täglich werden es mehr. Sie gehören nicht dazu? Und Sie leben auch nicht in einer der anderen Großstädte? Sind Sie deswegen zu bemitleiden? Keinesfalls! Die Bewohner*innen von 28.000 solcher Städte in Deutschland können schließlich nicht irren…

Herzlich willkommen zur großen Kleinstadt-Show – der Show, in der es um das Herz und die Seele Ihrer Stadt geht! Das ist ein Plädoyer für das Leben in der Klein- oder Mittelstadt. Hier fährt man voller Stolz ein Auto mit dreistelligem Kennzeichen, hier wohnt man im Grünen, hier gibt es die gute Bäckerin, den lustigen Friseur, den lieben Metzger. Das Jahr in unserer Stadt ist bunt: Im Frühjahr werden unter dem Motto „Picobello“ die Grünstreifen der Stadt zusammen aufgeräumt, im Sommer freuen sich alle auf die Kirmes, auf der wieder die lokale Coverband auftritt, im Herbst eröffnet der Bürgermeister das Entenrennen, an dem 7.000 Enten an den Start gehen und endlich, am 2. Adventswochenende, findet wieder der kleine Weihnachtsmarkt rund um das Rathaus statt, mit eigenen Spezialitäten der Stadt.

„Berlin kann jeder, […]* muss man wollen“ ist eine interaktive Show, die sich um das Thema „Wir lieben unsere (Klein-) Stadt“ dreht. In Form von kleinen Szenen, Einspielungen, Showelementen, Songs, Monologen und Beiträgen auch aus Ihrer Stadt nähern wir uns den Fragen an: Was ist Provinz und wie lebt es sich hier? Warum wollen eigentlich immer alle nach Berlin? Welche Chancen bietet die Kleinstadt und wovon träumen die Gemeinden? In dieser Show ist alles möglich. Die Schauspieler*innen singen und spielen. Sie teilen die Bühne zum Beispiel mit der ortsansässigen Tanzgruppe, dem großartigen Kirchenchor, dem Geschichtenerzähler, der Trommelcombo oder wen auch immer Ihre Stadt auf der Bühne sehen möchte. Die Schauspieler*innen werfen einen liebevollen Blick auf die Provinz mit all den Besonderheiten, die das Leben in einer Stadt ohne U-Bahn und Flixbus-Anbindung mit sich bringt.

Mutter Courage und ihre Kinder

// Drama von Bertolt Brecht mit Musik von Paul Dessau
ab 07.09.2018
Mutter Courage und ihre Kinder „Ich lass mir den Krieg von euch nicht madig machen. Es heißt, er vertilgt die Schwachen, aber sie sind auch hin im Frieden. Nur, der Krieg nährt seine Leute besser.“

Mutter Courage will Kriegsgewinnlerin sein in einer Welt, in der das Recht des Stärkeren gilt und das Primat der Ökonomie Mitgefühl, Solidarität und Menschlichkeit verdrängt. Gemeinsam mit ihren Kindern zieht sie dem Krieg und seinen Truppen hinterher. Sie verkauft den Soldaten ohne Rücksicht auf Verluste und Moral alles, was diese vermeintlich brauchen, um zu siegen oder zumindest das eigene Leid zu betäuben und ein funktionierendes Rädchen im Räderwerk der Mächtigen zu bleiben. Doch am Ende kann auch Mutter Courage ihre ganz persönliche Schlacht nicht gewinnen. Sie verliert ihre Kinder Kattrin, Eilif und Schweizerkas und alles, was sie hat, durch einen Krieg, den sie selbst befördert hat.
Mit seiner Mutter Courage hat Brecht eine der prägnantesten Theaterfiguren erschaffen - voller Überlebenswillen, Humor und Kraft. Für seine Inszenierung 1949 am Deutschen Theater in Berlin ließ er den Musiker Paul Dessau eine neue Komposition der Songs erarbeiten, die seither Teil des Werks ist. Brechts Analyse des Krieges als „eine Fortführung der Geschäfte mit anderen Mitteln“ ist auch 400 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg erschreckend aktuell und ebenso drängend wie seine unbedingte Hoffnung, „dass für die Bekämpfung des Krieges kein Opfer zu groß ist.“

Bunbury oder die Kunst ernst zu sein

// Komödie von Oscar Wilde
ab 31.10.2018
Bunbury oder die Kunst ernst zu sein Die beiden Dandys Algernon und Jack haben den Bogen raus. Um familiären Verpflichtungen zu entgehen und sich ungestört ihren Vergnügungen hinzugeben, haben beide einen imaginären Freund erfunden: Algernon einen kranken Freund names Bunbury auf dem Land und Jack einen Bruder namens Ernst, den er in der Stadt besucht. Im städtischen Nachtleben benutzt er dann für sich selbst den Namen Ernst – so ist das Doppelleben perfekt. Doch das Lügengebäude gerät ins Wanken, als Algernons Cousine Gwendolin sich in Jack und Jacks Ziehtochter Cecily sich in Algernon verliebt und beide Frauen den jeweiligen Verlobten für „Ernst“ halten. Die Widersprüche verstricken sich zunehmend und die Verwechslungskomödie nimmt ihren Lauf.

Oscar Wildes 1895 uraufgeführte Komödie beschäftigt sich mit der Frage, wer man ist und wer man sein sollte. Lüge und brillante rhetorische Improvisation sind die Mittel, mit denen ein komplexes Doppelleben gemeistert wird. Die Protagonisten haben erkannt, dass es gar nicht darum geht, die Ansprüche der Gesellschaft tatsächlich zu erfüllen, solange es einem nur gelingt, den Schein zu wahren. Wer man ist, interessiert sowieso niemanden, wahrscheinlich noch nicht mal einen selbst. Und so ist das Doppelleben gar nicht so sehr eine Flucht, als vielmehr ein Frontalangriff auf die Langeweile. Warum sollte man sich mit einer Identität zufrieden geben, wenn zwei doch viel interessanter sein können?

Extrem laut und unglaublich nah

// Schauspiel nach dem Bestseller von Jonathan Safran Foer
ab 11.01.2019
Extrem laut und unglaublich nah Oskar Schell ist Denker, Astronom, Erfinder und Pazifist. Er sammelt die sonderbarsten Dinge und schreibt regelmäßig in sein Was-ich-schon-alles-erlebt- habe-Album. Der letzte Eintrag gilt seinem Vater, der während der Anschläge auf das World-Trade-Center starb. Danach war nichts mehr wie vorher: die hinterlassenen Botschaften des Vaters auf dem Anrufbeantworter, versteckt im Kleiderschrank, die verwaiste Wohnung, die Mutter, die sich immer sorgt. Und dann findet Oskar bei den Sachen seines Vaters einen Schlüssel in einem Briefumschlag, beschriftet mit dem Wort „Black". Oskar will das passende Schloss zum Schlüssel finden, um dessen Geheimnis zu lüften. Doch es gibt laut Oskars Berechnungen in New York 9 Mio. Menschen und circa 162 Mio. mögliche Schlösser für diesen Schlüssel. Eine Suche beginnt, bei der Oskar auf unterschiedlichste Menschen und ihre Geschichten trifft.

„Extrem laut und unglaublich nah“ ist die wunderschöne, poetische Geschichte einer Suche nach den verschiedenen Facetten des Lebens, eine Sinnsuche und ein berührendes Familienportrait. Oskars Erkundung der Stadt und seiner Bewohner bringt ihn immer wieder in skurrile und aberwitzige Situationen, die ihm viel Mut und Eigensinn abverlangen. Jonathan Safran Foer schrieb 2005 einen Erfolgsroman, der vom SPIEGEL zu den 50 wichtigsten Romanen unserer Zeit gezählt wird.

Der Chinese

// Komödiantisches Schauspiel von Benjamin Lauterbach
ab 09.03.2019
Der Chinese Einige Jahre in der Zukunft: In Deutschland herrscht Öko-Wohlstand für alle. Die Menschen leben im Einklang mit ihren Werten: Frieden, Familie, Umwelt, Sicherheit, Wachstum und Liebe. Die verhasste Europäische Union gibt es nicht mehr. Dafür regeln strenge Gesetze die nachhaltige Lebensweise und sorgen für Ordnung und Wohlbefinden. China dagegen ist am Ende: das Volk unzufrieden, die Machthaber ratlos. Ausgewählte Chinesen bekommen von der Regierung die Chance, in deutschen Familien zu wohnen, deren harmonische Lebensweise kennenzulernen und in ihrem Land davon zu berichten. Über diese Völkerverständigungsvereinbarung kommt der Chinese Herr Ting in die Vorzeigefamilie des Erfinders Alexander und dessen Ehefrau Gwendolyn. Besonders die Kinder Maria-Lara und Niclas sind in heller Aufregung. Bei Trinkfrüchten und Wellness-Food versucht Ting die Geheimnisse des deutschen Wunderlandes zu entschlüsseln. Die batteriebetriebenen chinesischen Spielsachen aus Vollplastik versetzen jedoch die Kinder in Entzücken und bringen damit das Familienidyll gefährlich ins Wanken. Dann beginnt auch noch der mit Smartphone, Digi-Cam und Wachmachern in Pillenform ausgestattete Ting sich für Alexanders Erfindungen zu interessieren. Ist er womöglich ein Spion der chinesischen Regierung? Warum fangen die Kinder plötzlich an zu revoltieren? Und wie wird man diesen chinesischen Störenfried möglichst höflich wieder los?

In „Der Chinese“ entwirft Benjamin Lauterbach das irrwitzige Szenario eines vorstellbaren, zukünftigen Deutschlands, eine dystopische Groteske über den möglichen Erfolg von Pegida, AfD, radikaler Ökobewegungen, von Abschottung und Konservativismus. Dabei treibt er die Beschaulichkeit der Familie, in der sich alle ständig gegenseitig sagen, wie lieb sie sich haben, mutig auf die kabarettistische Spitze.